Arbeiterwohnen im 19. Jahrhundert. Zwischen bürgerlicher Sittlichkeit und Realität

– von Nora Müller.

Die starke Urbanisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts führte zu einer Umstrukturierung der Lebens- und Wohnverhältnisse vor allem für die arbeitende Klasse. Der rasante Anstieg der Bevölkerung innerhalb der Städte war Hauptursache der damals so genannten Wohnungsnot. Auf diese Veränderung reagierte die arbeitende Klasse durch Anpassung und durch Anwenden neuer Praktiken, wie die, der Untervermietung an sogenannte Schlafgänger oder Untermieter. Differenzen gibt es dabei zwischen der Selbstbeschreibung der Arbeiterfamilien und der Beschreibung dieser von Außen, d. h. durch das Bürgertum und allen voran durch die Wohnungsreformer. Das Arbeiterwohnen bewegte sich also stets zwischen dem, was das Bürgertum als „Sittlich“ anerkannte und dem, was in der Realität des Proletariats machbar war. Dazu gehörten u. a. die Rollenzuschreibungen und die Verlagerung möglichst vieler Tätigkeiten auf Bereiche außerhalb der Wohnungen.

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